Cauda-equina Symdrom / Degenerative Meopathie


Rocky ein Kämpfer

Rocky ein Kämpfer Der Start in sein Leben war schon damals nicht auf „Knochen“ gebettet. Sein Rucksack an Erfahrungen war schon randvoll gepackt, als wir Rocky mit 2 Jährig übernehmen durften.

Durften? Ja durften. Dank Rocky fingen wir an, uns mit dem Hundeverhalten auseinander zu setzten. Rocky war immer ein lernfreudiger Hund solange man mit Geduld und über die positive Bestätigung arbeitete. Wir mussten uns Wissen aneignen um seinen Ängsten und Aggressionen begegnen zu können, um zu lernen, zu begreifen, was in ihm abgeht. Als wir sein Vertrauen erleben durften waren wir unendlich dankbar.

So wurde aus Rocky den Verstörten, ein absolut verlässlicher Partner, der mich in Wälder wieder auf den Weg führte, wenn ich (Karte zu Hause vergessen) mich verirrte hatte Er hat manche Fehler von uns weggesteckt einfach so.

Rocky war in allen Belangen als er noch gesund war ein toller, verlässlicher Kamerad. Sein Vertrauen war so gross in uns geworden, dass er uns überall mit hin folgte. Er war dort zu Hause wo auch wir waren.

Schleichend fing es an. Wenn wir unterwegs waren so schlich sich langsam eine Bewegungsverweigerung ein. Rock wurde am ganzen Körper geröntgt. Es gab keine Auffälligkeiten auf den Bildern. Und trotzdem er lief einfach nicht mehr rund. Öfters musste er anhalten und schnüffeln. Ein Schnüffeln, dass für mich wie eine Pause wirkte und weniger als Facebook für Hunde.

So wurde das Herz vermehrt abgehört, Schilddrüse untersucht und nach Entzündungswerte gefahndet. Die teilweise vorhanden waren. Aber sonst war einfach nichts zu erkennen. Ich ging mit Rocky nun zu einem Chiropraktiker. Nun fing der Stein an zu rollen. Der Arzt merkte schnell, dass etwas nicht in Ordnung war und es tauchten die Schlagwörter: Cauda-equina Syndrom und Degenerative Myelopathie auf. Ich komme später auf die Erklärung dieser beiden Begriffe zurück.

Nun war es klar man musste es einfach genauer abklären schon alleine deswegen, dass man auch eine passende Therapie einleiten könnte. Rocky wurde nun im CT (Computertomographie) untersucht. Die Diagnose: Cauda-equina Syndrom und der Verdacht auf degenerative Myelopathie. Ich war entsetzt, dass ich den Hund noch auf kleine Wanderungen in die Alpen mitgenommen hatte und machte mir riesen Vorwürfe.

Ich bin dem Chiropraktiker unendlich dankbar, dass er so schnell und während der ersten Sitzung reagiert hatte. Nach dem CT ging es unserem Vierbeiner gar nicht gut. So schleppte er seine Hinterbeine fast 2 Tage hinter sich her. Er war aggressiv, verwirrt und nur noch am Knurren und Bellen. Er war einfach hilflos. Am dritten Tag konnte er wieder mit den Hinterbeinen ein paar Schritte laufen bevor er wieder einknickte. Somit für die Klinik wieder eine Bestätigung dass er diese degenerative Myelopathie zusätzlich als Krankheitsbild erworben hatte.

Diese Krankheit führt zu fortschreitende Lähmungen. Die Tiere spüren auch nicht mehr ob sie auf der Pfotenrückseite stehen. Sie korrigieren sich nicht mehr aus. Der Reflex fehlt. Es ist eine neurologische nicht heilbare Krankheit. Ältere Tiere können ab dem 8. Lebensjahr erkranken. Seit einiger Zeit, ist nun auch bekannt, dass gewissen Hunderassen eine genetische Veranlagung für diese Krankheit haben. (K. Rentmeister,Quelle Kleintiekonkret)

Schmerzen werden keine empfunden. Fortschreitend und wenn die Tiere nicht vorher eingeschläfert werden, werden auch die Vorderbeine befallen. Viele Hunde sind anfangs noch mit Rollwagen unterwegs und beteiligen sich auch am Mitspielen. Mit der Zeit werden auch Blase und Darm in Mitleidenschaft bezogen. Sie werden inkontinent.

Cauda-equina Syndrom

Bei dieser Krankheit kommt es zu einer Einengung der Nervenwurzeln im LendenwirbelKreuzbein- Bereich. Diese Krankheit führt im Gegensatz zu der degenerativen Myelopathie zu Schmerzen. Teilweise heftige Schmerzen bei Berührungen oder einer „falschen“ Bewegungsausführung des Hundes. Auch diese Krankheit führt zu Lähmungen und Inkontinenz.

Als Nebenbefund wurde bei Rocky noch ein kleiner Knoten in der Milz festgestellt und Arthrose. Unser Rocky der wie eine Gemse von Fels zu Fels springen konnte und wir lieber nicht hinsahen. Er führte solche anmutige Sprünge mit so einer Treffsicherheit aus, dass es uns schwer fiel zu verstehen, warum er mit solchen Krankheiten belastet werden musste. Ob Tier oder Mensch, man versteht es nie.

Rockys Alltag

Mit Besprechungen von den behandelten Ärzten haben wir beschlossen, dass wir Rocky wegen dem Cauda equina Syndrom nicht operieren. Eine medikamentöse Behandlung bei der er nur sediert wurde also ohne Narkose bewirkten bei ihm die gleichen Nebenwirkungen nach dem Aufwachen wie beim CT. Er erholte sich sehr schlecht. Auf Grund von diesem Problem wie auch seines Alters beschlossen wir Rocky soweit wie möglich nur noch palliativ zu behandeln. Also die Lebensqualität mit Schmerzmittel und Entzündungshemmer zu verbessern. Im Moment bekommt er täglich Cortison verabreicht.

Laufen:

Seit kurzer Zeit hat er für die Hinterläufe Schuhe erhalten. Rocky steht manchmal auf den Pfotenrücken. Durch die mangelnde Koordination der Beine zuzüglich der Teillähmungen verliert Rocky den Halt und die Beine rutschen weg oder sie werden nicht mitgenommen. Bei schlechten Tagen fällt Rocky beim Wenden beinahe oder ganz um. Er stolpert und knickt ein. Ein Geschirr das ich ihm genäht hatte mit langem Rücken und Bauchteil und zwei Traggriffe, sollte Abhilfe schaffen. Abhilfe im Sinne von Unterstützung beim Laufen gehen.

Leider können wir dieses Geschirr im Moment nicht mehr benützen, da Rocky sein Urinstrahl nicht mehr unter Kontrolle hat und dadurch das Geschirr jedes Mal einnässt. Wir behelfen uns nun mit einem Tragtuch.

Wie schneller er läuft desto mehr kann er scheinbar sein Gleichgewicht behalten. Wir lassen ihn deshalb ziehen. Es gibt Tage da will Rocky einfach laufen und laufen. Oft müssen wir ihn bremsen sonst bekommen wir ihn nicht mehr nach Hause. Weil er dann Schmerzen hat und seine Muskeln ihn einfach nicht mehr tragen können Seit Neustem knickt er nun manchmal auch mit den Vorderbeinen ein.

Beschäftigung:

Rocky ( übrigens genannt auch „Bubu“ Buebeli, üse Bueb, ) liebt es immer noch nach Gudeli zu schnüffeln. Wir verstecken Gudeli und varieren im Schwierigkeitsgrad beim Suchen. Früher war er mal ein sehr guter Trailhund auch in Gegenstände suchen, war er sehr gut. Heute hat sein Nase schon sehr abgegeben.

Pflege:

Letztes Jahr hatte unser Bubu eine sehr starke Blasenentzündung. Es brauchte lange bis wir diese in Griff hatten. Er war immer ein sehr reinlicher Hund, deshalb ist es für ihn sehr schlimm wenn er sich selber einnässt beim urinieren. Nach jedem urinieren bellt er frustriert in die Luft und versucht sich sauber zu lecken. Deshalb wird er nun auch gewaschen und eingecremt. (Cortison und das Lecken haben das Fell entfernt) Dies lässt er ohne Murren gefallen. Vielleicht ist es ihm angenehm. Der Urin ist ja auch brennend auf der Haut. Ohne Murren trägt er auch eine Rüdenwindel. Kotabsatz wird in mehreren Sitzungen absolviert. Er macht sein Geschäft, steht auf läuft ein, zwei Meter und macht wieder sein Geschäft und so weiter….Dies ist eine Folge der Teillähmungen. Trotz allem sind wir froh, dass er seine Ausscheidungen im Moment noch selbständig kontrollieren kann. Es wird eine Frage der Zeit sein, wo wir ihm Blasen und Bauch massieren müssen, um sie vollständig entleeren zu können. An vielen Stellen hat unser Bueb kein Empfinden mehr.

Einschläfern lassen?

Definitiv nein im Moment. Das sehen auch die Ärzte so. Er ist noch nicht so weit um zu gehen. Er nimmt immer noch sehr teil am Leben und kämpft sich die Treppen hoch. So lange wir können und vor allem so lange Rocky noch will, lassen wir ihn am Leben. Manchmal atmet er sehr schwer. Wir wünschten uns, wenn für ihn die Zeit kommt um zu gehen, dass er dann einfach einschlafen könnte. Aber das ist in den wenigsten Fällen so. Wir arbeiten an uns immer wieder und setzten uns mit der kommenden Situationen auseinander, damit wir ihn dann auch loslassen können. Und diese Zeit kommt.

Im Moment geniessen wir ihn jeden Tag, wo er noch unter uns weilt. So ein Gefühl von Schmerz und Freude und Trauer und Frieden, kann nur ein Hund hinterlassen, der als eigenständiges Familienmitglied gelebt hat. Den gegenseitigen Respekt und ein Miteinander. Wir sind buchstäblich durch dick und dünn miteinander gegangen.

September/ Oktober 2018

Rocky hat mal bessere Tage dann wieder schlechtere. Ich verabreiche ihm nun Schüssler Salze. Er ist im Moment im Geist viel wacher und fordert auch ab und zu wieder kleine Trainingseinheiten ein.

Ob das an den Schüssler Salze liegt? Ich weiss es nicht. Gleichzeitig hat sich sein Schlafbedürfnis sehr gesteigert.
Körperlich hat er sehr gealtert zudem ist er nun auch schwerhörig geworden. Was sich im Sommer während der Gewitterzeit sehr positiv ausgewirkt hat.

Wenn ich ihn mitnehmen muss, so ist dies für ihn eine Tortur. Auto ein und aussteigen ist manchmal eine regelrechte Alibiübung. Weil auf der Rampe kann er seine Beine nicht mehr richtig koordinieren. Er muss hineingehoben werden.Seine Ausdünstung ist manchmal sehr penetrant. Urininkontinenz nimmt langsam zu dafür kann er noch recht gut seinen Kot behalten.

Neulich wollte ich ihm die Krallen schneiden und kam versehentlich ein wenig zu tief. Dies ist mir schon lange nicht mehr passiert. Das Lebendige unter der Kralle ist gewachsen. Rocky hat überhaupt nichts gespürt. Von dem her war ich ja sehr froh ( dass er keine Schmerzen empfunden hat) aber es ist auch sehr erschreckend dass einfach kein Empfinden mehr da ist.

Ich war mit Laika unterwegs. Als ich nun heute nach Hause kam, war doch tatsächlich einen kleinen Plastikbecher auf dem Boden. Und ich weiss, dass der kleine Becher auf der Küchenkombination gestanden hatte mit 3 vergessenen Gudeli drin.
Dieser alte Herr hat sich doch tatsächlich auf seine halbgelähmten Hinterbeine gestellt, um diese kleine Box herunterzuholen. Der wird ja nachher erledigt gewesen sein.

 

 

 

Dezember 2018

Die letzten Wochen lege ich öfters Nachtwachen ein. Rocky fordert zwar immer noch ab und zu kleine mentale Sucharbeiten ein, gleichzeitig werden nun die Probleme mit dem Kotabsatz stärker.Durch seine Krankheit ist er immer wie weniger in der Lage, den Kot nach vorne zu schieben um ihn absetzen zu können.
Dadurch benötigt er mehrere Sitzungen. So das haufenweise kleine Kotanhäufungen im Gehege herumliegen würden, wenn sie nicht immer entfernt würden werden.

Da Rocky immer noch Lebenswille zeigt ist der Entscheid ihn einschläfern zu lassen sehr schwierig. Die Bakterien im Darm sind vermehrt, da es wie zu einer Rückstauung kommt. Wir haben uns entschlossen, dass wir noch die Festtage vorbeiziehen lassen und dann im Januar 2019 einen Entscheid fällen werden …müssen.

Einerseits die Überlegung, dass wenn er in der freien Natur leben würde, würde er mit der Zeit qualvoll dahinvegetieren und sterben.
Auf der anderen Seite lebt er in einem Mensch/Hunderudel und hat die Möglichkeit medizinisch versorgt werden zu können.
Aber da wir ihn nicht operieren können ( Narkoseprobleme) und wir ihn auch nicht ausräumen oder mit Einlauf behandeln wollen, wird uns diese Entscheidung nicht abgenommen werden.


Laika unsere Malamut mix Hündin macht Rocky die Türe auf, wenn wir nicht sofort in der Nähe sind um ihn herauszulassen.
Auch schon hat sie ihm die Türe wieder aufgemacht, als er wieder zurück in das Haus gehen wollte. Neulich als ich oben im Büro war, holte sie mich völlig verzweifelt herunter wollte mich an den Kleidern ziehen, da Rocky unbedingt raus musste, die Türe aber mit dem Schlüssel abgeschlossen war.

Was sie natürlich nicht liebt, wenn Rocky in ihrem Bett draussen im Gehege liegt. Weil er Urin verliert. Draussen trägt er ja keine Windel.
Da hört ihr Verständnis auf. Oder dann steht sie so lange vor ihrem Bett bis er freiwillig das Feld räumt und sein Bett aufsucht. Dementsprechend ist unsere Waschmaschine im Dauereinsatz.

Wir alle hoffen, dass Rocky vorher von sich aus gehen kann bevor wir uns entscheiden müssen.

Auch Laika ist ein alter Hund geworden und besucht öfters den Tierarzt. ( Nicht immer mit Freude) Ausser bei der Akupunktur da gibt
es viel Cervelat oder Käse beim Nadeln stecken. Sie kommt in das Behandlungszimmer rein legt sich hin und wartet auf die guten Leckerbissen.
Ausser wenn ihre Arthrosen geplagte Vorderpfoten behandelt werden.

 

 




Wie die Zeit vergeht. Nun schreiben wir schon den März 2019.

Im Januar ging es Rocky nicht mehr so gut aber manchmal kommt es unverhofft anders. Ganz in der Nähe ist eine junge Hundedame eingezogen mit dem schönen Namen Luna.

Irgendwann muss wohl Rocky einen Geruch in die Nase geflogen sein oder er roch es an meiner Kleidung. Eines Tages gab Rocky zu verstehen, er wolle nun wieder einmal die Geborgenheit seines Zu Hause verlassen und ein paar Schritte laufen gehen.

Mit Ach und Krach schleppte er sich die Stufen auf die Strasse herunter ( wir wohnen in Hanglage). Das erste Wasser lösen erfolgte wie gewohnt auf allen 4 Pfoten. Wie näher wir aber Richtung Zu Hause der jungen Hundedame kamen umso mehr versuchte er sich aufzurichten um dann auf 3 Beinen gezielt sein Urin setzten zu können.

Eine so grosse Anstrengung, die Beine zitterten er überschätzte sein Gleichgewichtssinn und flog auf die andere Seite. Ach herrje. Nachdem ich ihm wieder aufgeholfen hatte, versuchte er das ganze Prozedere nochmals und schaffte es bis zum Ende seine Haltung zu bewahren. Und dann tauchte doch tatsächlich die junge Dame auf und unser Senior gab noch einen Tick dazu indem er sich noch grösser machte und sich beschnuppern liess.

Da er sich aber so auf seinen Körperhaltung konzentrieren musste war es ihm nicht möglich die Avancen zu erwidern. Er hob den Kopf und schaute mich an so wie:» Hilf mir doch bitte mit Würde aus dieser Situation:» So schlang ich das Tragtuch um Rockys Bauch und stüzte ihm so dabei. Als die junge Dame mit seinem Herrchen in das Haus ging konnte sich Rocky wieder entspannen. Er schaffte es kaum nach Hause. Am Abend benötigte er eine zusätzliche Schmerztablette. Aber er wiederholte diesen Spaziergang noch 5 Tage. Dann pausierte er wieder.

Zwei Wochen lang wollte er keinen Spaziergang mehr machen. Ab und zu an vereinzelten Tagen ist es ihm eine Bedürfnis in Richtung Hunde Dame den Weg auf sich zu nehmen. Auch wenn er sie nicht antrifft so kann er doch einen Eintrag im Facebook für Hunde machen. (In der Nähe Wasser lassen)

Unterdessen ist auch Rockys Kumpel Leo verstorben. Wir durften Leo hüten wenn seine Besitzer in die Ferien fuhren. Leo war der beste Kumpel von Rocky ein hübscher gepunkten Dalmatiner.

Als Laika zu uns kam, war es uns leider nicht mehr möglich Leo zu nehmen. Da Laika so furchtbare Angst hatte, man würde sie wieder weiterreichen entwickelte sie aus diesen Gründen furchtbare Trennungsängste aus denen sich Aggressionen entwickelte. Mit dem Ziel Ihr Platz als Ressource verteidigen zu können.

 

 

 

 

Leo beim buddeln

 

 

Zwei die sich verstanden haben....

Rocky im Vorzelt, hat Leo das Bett überlassen. Der schlief lieber unter dem Tisch

 

 

Leo auf Fahrt mit uns im Wohnwagen. Ein kleines Nickerchen

©Susanne Richner laro-training die individuelle Hundeschule