Haben Sie einen Tierschutzhund mit Verhaltensproblemen ?


Gemeinsam gehen wir auf Detektivarbeit nach der Ursachen und erstellen einen nachhaltigen, wirksamen Trainingsplan


Tierschutzhunde kommen teilweise aus traumatisierenden Verhältnisse. Sie haben zwar einen Besitzer leben aber ein tristes, isoliertes Dasein, angekettet ohne grosse Bewegungsfreiheit. Geschlagen und als Ware behandelt. Oder werden sie in zu kleinen Gehegen mit anderen Hunden gehalten.

Hier macht es Sinn diesen Hunden zu helfen. Ist aber kein einfacher Weg und benötigt Zeit, Ausdauer. Wichtig hierfür auch, sich mit Hundeverhalten auseinander setzten zu lernen.

Es gibt aber auch Tierschutzhunde, die ursprünglich aus einem freilebendem Rudel kommen, das gut funktioniert und eingespielt ist. Insofern kann man nicht von Tierschutzhunden reden. Sie haben nicht immer so lange Lebenserwartungen, weil sie nicht geimpft und keine Wurmkuren erhalten, aber sie sind frei und leben ihre Struktur im Rudel. Solche Hunde aus ihrem Rudel herausreissen ist falsch verstandene Tierliebe. Für diese Tiere ist dies kein Glücksmoment sondern es wird zu einem Trauma.

Hier macht es keinen Sinn diese Hunde aus ihrem gut geführten Leben zu reissen.

Ebenso Strassenhunde, die einfach auf der Strasse leben oder aufgewachsen sind. Die mal ausgesetzt wurden oder auf der Strasse geboren sind. Sie haben gelernt je nach dem, Konflikte mit anderen Hunden und Menschen zu vermeiden indem sie ihnen aus dem Weg gehen und ihre Rückzugmöglichkeiten haben.


Was bedeutet dies für das Training ?

Für den traumatisierten Hund kann dies eine Chance sein, ein schöneres Leben zu führen In diesem Falle wird durch ein Training das Vertrauen zum Menschen neu gestärkt.
Teilweise hat ein solcher Hund auch eine Problematik im Umgang mit anderen Hunden entwickelt, die durch Training verbessert werden kann. Hier besteht die Herausforderung dass solche Hunde oft mit Reizüberflutungen zu kämpfen haben. Weil sie vorher sehr isoliert gehalten wurden. Auf einmal erhalten sie mehr Freiheit und werden überallhin mitgenommen, müssen Hunde- und Menschenbegegnungen ausharren. Ebenso Umwelteinflüsse wie Strassenverkehr, Bus , Tram, Autohupen etc. Wegen solchen enormen Reizüber- flutungen, kann es zu Aggressionsverhalten der Hunde kommen. Oder es löst ein Verhalten aus wie Überängstlich- keit und dass sich die Hunde immer mehr zurückziehen und fast verkümmern.


Training: In kleinen geführten Etappen werden immer mehr Aussenreize an den Hund herangeführt. Oft muss man ein bis zwei Etappen wieder zurückgehen und das Training erneut anpassen.

Für Hunde, die in einem guten sozialen, eigenständigen Rudel lebten, bedeutet dies eine massive Umstellung in ihrem Leben, das oft zu einem Trauma ausartet. Solche Hunde führten ein glückliches Leben und müssen sich nun mit „Menschenverhalten“ auseinander setzen. Zudem sind solche „Rudelhunde“ sowie Strassenhunde nicht gewohnt an Leinen geführt zu werden. Es bedeutet für sie eine Einschränkung bei Hundebegegnungen ausweichen zu können. Sie werden mit fremden Hunden konfrontiert, die nicht von ihrem Rudel stammen oder im Falle des Strassenhundes eine Gefahr und Konflikte bedeuten könnten. Dann sprechen Strassenhunde sicher eine direktere Kommunikation gegenüber andere Hunde als Hunde, die hier aufgewachsen sind und durch uns Menschen geprägt, die Kommunikation schon ein wenig verwaschener ist. Dies führt wider zu neuen Konflikte, die neuen Hundehalter verzweifeln werden hilflos was sich wiederrum auf den Hund auswirkt. Bei uns wie auch in anderen Ländern, wird Stallmist auf Weiden verteilt, auf dem Lande findet man Wildkot. Alles Dinge die ein Hund als herrlich befindet um sich darin zu wälzen oder von der Strasse schnell etwas zu „schneuggen“ Natürlich werden nach dem Wälzen die Hunde shampooniert, weil man den Duft nicht im Haus haben will, aller Hundekot wird aufgenommen und wir passen auf, dass unsere Hunde keine ausgelegten Giftköder erwischen. Strassenhunde sind sich gewohnt alles zu fressen, sich zu wälzen wo es ihnen Spass macht. Es existiert keine Person, die den Hund mit der Leine wegzieht oder in einen lauten Schrei ausbricht. Mit Shampoo den Hund einshampooniert und dann noch mit Wasser abduscht.

Training: Es macht Sinn, Prioritäten zu setzten. Was ist wichtig zuerst zu trainieren? Wo fange ich an? Wo bin ich bereit am Anfang darüber hinweg zu sehen? Dauer des Trainings, Pausen etc.

Es macht keinen Sinn mit einem solchen Hund einen Agilitykurs zu besuchen oder ein Military absolvieren und sich noch in der Unterordnung zu üben, wenn andere „Baustellen „ wichtiger sind. Am Hund Sicherheit zu geben, dass man nicht einfach frontal auf fremde Hunde losgeht, alltägliche Situationen zu Hause: Fressnapf, Garten, Wohnung. Bedenken Sie dies ist alles neu für Ihren Hund. Vielleicht erfährt man eine Designumgestaltung der Wohnung. Oder die Nachbarkatze wurde gerissen. Der Nachbarhund wird verbellt angeknurrt, verjagt. So ist man vielleicht mit den Nachbarn nicht mehr so gut Freund.

Ein Verhaltenstraining kann das gegenseitige Verständnis verbessern und man lernt wie man sich in dieser besonderen Situation zu verhalten hat. Und was sehr wichtig ist, bauen Sie zuerst eine Beziehung und Bindung zu ihrem Hund auf. Diese passiert auf Verständnis für die Situation des Hundes und Verstehen, wie es ihm geht. Ein Beispiel: Ihr Hund will keinen Hundekontakt zeigt dies Ihnen mit seinem Verhalten: Haben Sie sich mit der Kommunikation auseinandergesetzt, so werden Sie mit Ihrem Hund ausweichen. Je nachdem einen sehr grossen Bogen machen. Dies stärkt Vertrauen und bindet.

Abschliessend möchte ich noch erwähnen:
Kaufen Sie sich keinen Hund weil das Foto so herzig ist, aber die Herkunft nicht ersichtlich oder bekannt ist.

Informieren Sie sich bei einer seriösen Tierschutzorganisation oder Stiftung. Lassen Sie sich von Fachpersonen beraten.

Kaufen Sie keinen Hund so über die Strasse, auf einen Parkplatz. Oft werden Tiere angeboten, die grob ausgedrückt in „Massenproduktion“ hergestellt wurden. Diese für Hundemutter wie auch Welpen leidvollen Situationen sollte man nicht noch unterstützen.

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzten, dass der Hund gekauft werden muss sonst landet er in der Tötungsstelle. Druck ist ein schlechter Berater. Seien Sie überzeugt von Ihrer Hundeadoption.

Suchen Sie sich professionelle Hilfe. Ich kann Ihnen versichern auch solche „etwas andere Hunde“ können zu einem wertvollen Begleiter werden